Public AI: 5 konkrete KI-Anwendungen für Österreichs Bundesverwaltung
Foto: BKA / Florian Schrötter
"Am Ende des Tages ist das Einzige, was zählt: Bekommt die Bürgerin oder der Bürger schneller eine Antwort? Wird der Antrag rascher bearbeitet? Wenn ja, haben wir unsere Arbeit gemacht", sagte Digitalisierungsstaatssekretär Alexander Pröll nach dem KI-Konklave im Haus der Digitalisierung in Tulln.
Beim KI-Konklave im Haus der Digitalisierung einigten sich die Spitzen aller Bundesministerien auf einen gemeinsamen KI-Fahrplan – verbindlich per Ministerratsvortrag.
Public AI bündelt alle KI-Vorhaben der Bundesverwaltung unter einer gemeinsamen Dachmarke. Die technische Basis von Public AI ist eine gemeinsame souveräne KI-Infrastruktur des Bundesrechenzentrums, die ressortübergreifend nutzbar ist und als Shared Service weiterentwickelt wird. Ziel ist ein koordinierter Ansatz statt vieler paralleler Einzellösungen.
- Datum
- 2026/03/23
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- Zuletzt geändert
- am 23. 3. 2026 von Sandra Rodrigues
Die 5 konkreten Use Cases
- GovGPT – generative KI für den Arbeitsalltag: GovGPT ist das KI-Tool für alle Bundesbediensteten – souverän, datenschutzkonform und maßgeschneidert auf die österreichische Verwaltung. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können damit Texte erstellen, Dokumente zusammenfassen und eigene Wissensdatenbanken aufbauen. Für wen: 180.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter | Wann: Ende 1. Halbjahr 2026
- KI im ELAK – Der intelligente Akt: Der elektronische Akt wird mit KI-Funktionen ausgestattet: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können künftig Fragen an ganze Aktenbestände stellen und erhalten sofort eine strukturierte Zusammenfassung. Das unterstützt auch die Erfüllung der Anforderungen des Informationsfreiheitsgesetzes. Für wen: 13.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter | Wann: 2. Halbjahr 2026
- KAPA – KI für parlamentarische Anfragen: Die Anzahl parlamentarischer Anfragen ist stark gestiegen und bindet erhebliche Ressourcen. KAPA unterstützt bei Recherche, Konsolidierung und Zusammenführung der Antworten. Der Mensch behält dabei stets das letzte Wort – "Human-in-the-loop" ist das zentrale Prinzip. Für wen: alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die parlamentarische Anfragen bearbeiten | Wann: 2. Halbjahr 2026
- KI-SUN – KI für Schulung und Wissen: KI-SUN ist ein persönlicher Wissensassistent, der über 6.000 Seiten Schulungsunterlagen der Bundesverwaltung kennt und jederzeit Fragen dazu beantwortet. Dieser ist bereits heute verfügbar und wird laufend ausgebaut. Für wen: 180.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter | Wann: Bereits verfügbar
- Agentische KI – KI, die selbst handelt: Die nächste Phase: KI-Systeme, die selbstständig Prozesse auslösen – etwa Terminbuchung für Bürgerinnen und Bürger. Die KI prüft freie Slots, bucht den Termin und schickt die Bestätigung – vollautomatisch per Chatbot. Ziel ist eine spürbare Entlastung für Bedienstete und Bürgerinnen und Bürger gleichermaßen. Wann: Kommendes Jahr – konkrete Verfahren in Ausarbeitung
Weitere Maßnahmen
- Hackathon in Kooperation mit TU Austria zur Entwicklung innovativer KI-Anwendungen für die Bundesverwaltung
- KI als neue Kategorie im Staatspreis Digitalisierung – für Leuchtturmprojekte im Bereich Public AI
- Aktualisierter KI-Leitfaden und KI-Guidelines für einen sicheren, verantwortungsvollen Einsatz in der Verwaltung
Im Rahmen der Use-Case-Werkstatt wurden weitere konkrete Use Cases und Anwendungsfelder identifiziert, die künftig ausgebaut werden sollen – darunter unter anderem die automatische Transkription und Protokollierung von Sitzungen, intelligentes Fördermanagement sowie die KI-gestützte Sicherung von Verwaltungswissen. Die Finanzierung dieser Vorhaben wird derzeit abgestimmt. Parallel dazu werden die KI-Kompetenzen in der Bundesverwaltung auf Basis des Aktionsplans KI-Kompetenzen im Rahmen der Digitalen Kompetenzoffensive ausgebaut.
Bilder von diesem Termin sind über das Fotoservice des Bundeskanzleramts kostenfrei abrufbar.
